Weitere Fallbeispiele:
  • Erkundung von Kohlediapiren und Kiestaschen 
Geoelektrik
Fallbeispiel 1: Geophysikalische Erkundungsmaßnahmen im Rahmen des Brachflächenrecycling

Auf der längere Zeit brach liegenden Fläche eines ehemals bebauten Geländes sollen wieder neue Gebäude entstehen. Bei Erkundungsbohrungen wurden jedoch unerwartet Überreste von Fundamenten gefunden, obwohl in dem Gebiet bereits eine Tiefenentrümmerung stattgefunden hat. Für die Planung der weiteren Arbeiten ist es von großer Bedeutung, Informationen über die Ausdehnung der Fundamente und über weitere vorhandene Bauwerksreste im Untersuchungsgebiet zu erhalten, da sie eine erhebliche Behinderung der vorgesehenen Arbeiten darstellen können. Mit zerstörungsfreien geophysikalischen Messungen lässt sich der oberflächennahe Untergrund flächenhaft untersuchen und dabei können Bauwerksreste und Kellerräume lokalisiert sowie evtl. durch Altlasten kontaminierte Bereiche abgegrenzt werden.


Bei den geophysikalischen Untersuchungen erfolgten geoelektrische Messungen, um Aussagen über unterschiedliche eingelagerte Materialien sowie über vorhandene Bauwerksreste und mögliche Hohlräume zu liefern. Diese Messungen wurden durch magnetische Messungen ergänzt, die insbesondere eisenbewehrte Bauwerksreste und sonstige eisenhaltige Einlagerungen erfassen sollten. Da beide Verfahren unterschiedliche physikalische Größen messen, erhöht die gemeinsame Auswertung die Aussagesicherheit beispielsweise bei der Materialzuordnung.


Abbildung 1 zeigt Widerstandsmodelle des Untergrundes bis in eine Tiefe von ca. 12 m, welche aus den geoelektrischen Messdaten mit einer 2D-Inversion berechnet wurden. Während auf dem Profil 1 unter einer 2 2,5 m mächtigen Auffüllung fast entlang des gesamten Profils der gewachsene Boden ansteht, erkennt man auf Profil 2 zahlreiche Anomalien, die durch Bauwerksreste und metallische Einlagerungen verursacht werden. Abbildung 2 zeigt das Ergebnis der Messung des magnetischen Totalfeldes auf der gesamten Untersuchungsfläche. Deutlich ist die Verbreitung von eisenbewehrten Fundamentresten im Untergrund zu erkennen. Zwischen den beiden etwa E-W verlaufenden linearen Strukturen zeichnen sich mehrere Querelemente und auch kleinere Anomalien ab, die auf weitere im Untergrund verbliebene Bauwerksreste, aber auch auf mögliche Rohre und Leitungen hinweisen.


Die Ergebnisse der geoelektrischen und magnetischen Untersuchungen liefern einen sehr guten Überblick über die noch verbliebenen Einbauten im Untergrund. Auf Grund der sich ergänzenden Informationen ist zum Teil eine Charakterisierung der Materialien möglich. Die geophysikalischen Untersuchungen bilden damit eine gute Basis für die Planung aller nachfolgenden Arbeiten.

Abb. 1: Aus den geoelektrischen Messdaten mit einer 2D-Inversion berechnete Widerstandsmodelle auf zwei Profilen




Abb. 2: Magnetisches Totalfeld auf der gesamten Untersuchungsfläche.