Erschütterungsmonitoring
Fallbeispiel: Erschütterungsmonitoring des Sprengvortriebs in einer Staumauer

Im Rahmen der Sanierung einer ca. 100 Jahre alten Staumauer soll ein Kontrollgang aufgefahren werden. Dazu wurde die Auffahrung im Sprengvortrieb ausgeschrieben. Es waren die Erschütterungen sowohl im unmittelbaren Vorfeld der Ortsbrust als auch in der umliegenden Bebauung zu überwachen.


Für die Erschütterungsüberwachung im Nahfeld der Sprengstelle wurden zwei Messstellen im Abstand von 1m bzw. 2m zur Ortsbrust in Bohrlöchern an der Stollenwand verwendet. Weiterhin erfolgte eine messtechnische Begleitung an Messpunkten im Bereich des Entnahmestollens und auf der Mauerkrone sowie in der näheren Umgebung (Wasserwerk, Gaststätte). Die Messtechnik im Nahbereich war für Schwinggeschwindigkeiten von bis zu 400 mm/s und Frequenzen bis zu 1000 Hz auszulegen.


Im Verlauf der Überwachung wurden die vorgegebenen Grenzwerte von 200 mm/s in 1m Abstand zur Ortsbrust und von 100 mm/s in 2m Abstand insbesondere in den ersten beiden Monaten teilweise überschritten. Nach Anpassung der Sprengparameter blieben die Erschütterungsbelastungen überwiegend im vorgegebenen Rahmen. Durch die hohe Auflösung konnten Ungenauigkeiten der Zündtechnik (z.B. Abweichungen der Zündzeitpunkte) analysiert werden. Die Erschütterungsbelastung der Gebäude in der näheren Umgebung der Talsperre war sehr gering (<1mm/s).

Abb. 1: Ansicht der Staumauer




Abb. 2: Schwinggeschwindigkeiten der Einzelkomponenten für die einzelnen Zündzeitstufen