Schwachstellenanalysen an Deichen und Dämmen
Fallbeispiel: Geophysikalische und geotechnische Erkundung von Deichen

Deiche sind standsicherheitlich und hydraulisch zu beurteilen. Dazu ist es notwendig, die Baugrundverhältnisse sowohl im Deichkörper als auch im Deichvor- und -hinterland zu erkunden. Insbesondere sind Homogenbereiche und Schwächezonen abzugrenzen.


Für die Lösung dieser Aufgabenstellung bietet sich als besonders geeignete Methodik eine kombinierte geophysikalisch-geotechnische Untersuchung an. Durch die Kombination einer linien- und flächenhaften geophysikalischen Erkundung mit direkten Bohr- und Sondieraufschlüssen kann eine sichere Aussage zum Untergrund erreicht werden. Als genaues und kostengünstiges Verfahren wird von unserem Unternehmen vorrangig die geoelektrische 2D-Widerstandsmessung für die Untersuchungen an Deichen und Dämmen verwendet.


In der Abbildung für das Beispiel einer Deicherkundung im mitteldeutschen Raum wird im oberen Teil der Widerstandstiefenschnitt einer 2D-geoelektrischen Messung nach erfolgter Inversionsrechnung und im unteren Teil der dazugehörige Baugrundlängsschnitt gezeigt.


Im Ergebnisse der geoelektrischen Erkundung konnten Homogenbereiche ausgehalten werden, die anhand der Altbohrungen (BS) und neu abgeteufter Bohrungen (RKB) detailliert angesprochen wurden. Im dargestellten Ausschnitt ist deutlich der auf geophysikalischer Erkundung beruhende Informationsgewinn für das Baugrundmodell erkennbar. Der Übergang vom bindigen zum im Wesentlichen nichtbindigen Deichkörper lässt sich bei Stationierung ca. 9220 m durch die markante Trennung zwischen niedrigen (grün-gelbe Farbgebung) und hohen (rote Farbgebung) Widerständen sicher interpretieren.


Die Ergebnisse der Baugrunduntersuchung bilden die Basis für die anschließenden hydraulischen und Standsicherheitsberechnungen. Der Deichzustand kann damit genau analysiert und entsprechende Sanierungsvorschläge unterbreitet werden.


Von unserem Unternehmen sind seit dem Jahr 2005 mehr als 200 Deichkilometer mit der kombinierten geophysikalisch-geotechnischen Erkundungsmethodik erfolgreich untersucht worden.

Abb. 1 Widerstandsvertikalschnitt nach 2D-Inversion und Baugrundlängsschnitt